Update zu den Polkadots

Mein letzter Post zeigte viele Polkadot-geschmückte Bäume und inzwischen hab ich mir mal die Mühe gemacht, nachzuschlagen, warum das so ist: Marseille und damit die gesamte Gegend außenrum ist europäische Kulturhauptstadt (Link) und Aix feiert das, indem es in der ganzen Stadt große Kunstinstallationen gibt. Und die Polkadot-Bäume auf dem Cours Mirabeau gehören da eben dazu. Sie wurden von der Japanerin Yayoi Kusama entworfen, die wohl total darauf steht, Sachen in gepunkteten Stoff einzuwickeln (unter anderem wohl auch sich selber). Die ganze Installation nennt sich übrigens „Ascension of Polka Dots on Trees“.

Back in Aix

Nach acht langen Stunden Zugfahrt bin ich gestern wieder in Aix angekommen. Die Fahrt war eher langweilig und ich habe gelernt, dass jammernde Hunde fast so schlimm sind wie schreiende Kleinkinder. Außerdem hab ich so viele Sudokus gemacht, dass es für den Rest des Jahres reicht und anderthalb Zeitschriften und zwei halbe Bücher gelesen. Alles in allem also ziemlich produktiv. Meine eigentliche Zugfahrtsplanung (nämlich GIS lernen) wurde Freitagabend über den Haufen geworfen, als mein GIS-Dozent mich bat, ihn doch bitte anzurufen. Ich sollte nämlich einen extra Prüfungstermin kriegen, weil ich schon nächsten Samstag wieder nach Hause fahre und der offizielle Prüfungstermin am Montag drauf ist. Ich rief also (leicht panisch, wer telefoniert schon gern in einer Fremdsprache) bei meinem Dozenten an, der mir mitteilte, dass er in der kommenden Woche nicht an der Uni sei und ich deshalb keine Prüfung machen müsse, sondern er mich anhand meiner Unterrichtsbeteiligung bewerte. Das finde ich jetzt nicht sonderlich schlimm, wenn man mal davon absieht, dass ich jetzt für eine völlig unnötige Französisch-Prüfung 160€ Fahrtkosten habe. Aber so ist das nunmal mit den Franzosen und ihrer Organisation 🙂

Heute morgen war ich nochmal im Gottesdienst, was sehr nett war. Vorher hatte ich noch ein bisschen Zeit und bin beim Cours Mirabeau vorbeigelaufen, wo mich schier der Schlag traf. Die folgenden Bilder erklären vielleicht, weshalb:

Aus dem Heimweg kaufte ich dann noch leckeres Gemüse auf dem Markt und ging beim Empfang vorbei, weil mich dort ein verspätetes Weihnachts-Päckchen von daheim erwartete. Es ist voll mit tollen Sachen, hier der Beweis:

Einfach mal danke sagen

In der Weihnachtszeit fällt mir manchmal auf, dass ich mich eigentlich viel zu oft beklage und aufrege und rummaule. Und zur Zeit ist es noch viel schlimmer, weil es nur noch 9 Tage sind, bis ich nach Hause fahre, und ich mich schon schrecklich darauf freue und es gar nicht mehr abwarten kann, bis es endlich Samstag nächste Woche ist und ich im TGV sitze und darauf warte, ganz bald meine Mama zu sehen. Und das ist ja eigentlich doch eher uncool. Und auch nicht so nett, den Menschen gegenüber, die sich das dann anhören müssen.

Und deshalb kommt jetzt hier eine der berühmt-berüchtigten Listen, in der ein paar Leute drinstehen, die mein Leben grad ein bisschen toller und einfacher und schöner machen, als es ohne sie wäre.

    mein Papa, weil er mein Gemaule erträgt und zwar tief seufzt, wenn ich mal wieder mit einem neuen Aufreger ankomme, aber trotzdem immer wieder bereit ist, sich alles anzuhören
    Vera, die wagemutig durch halb Europa fährt, um liebe Leute zu besuchen und ihnen ihr Leben schöner zu machen
    Menschen, die ihre Zeit dafür aufwenden, Sachen für das Internet zu machen, einfach um uns die Weihnachtszeit zu versüßen. Wie zum Beispiel @danjel mit dem Losstopschokolade-Youtube-Adventskalender

Danke, dass ihr für mich da seid, dass ihr ein bisschen Zeit aus eurem Leben nehmt, um meins zu verändern und schöner und besser zu machen!

Und damit ihr meine lieben Leser auch was zum Freuen und Bedanken habt, hier noch die Playliste für alle bisherigen Losstopschokolade-Folgen:

Zimmer mit Aussicht

Der Blick aus meinem Fenster war in den letzten Tagen immer mal ganz interessant. Von den beiden Highlights gibt es deshalb hier ein paar Eindrücke.

Auf dem Bild sieht man, wie das Wetter heute verrückt gespielt hat. Es war ein einziger Wechsel zwischen Sonne und Wolken und aus dem Gebilde auf dem Foto hat es sogar gegraupel-niesel-schneit. 🙂
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Bei schönerem Wetter hingegen gibt es das abendliche Starenspektakel, das man im Video bewundern kann. Hunderte Vögel, die die paar Minuten Abendsonne ausnutzen, die es hier so gibt, um fantastische Formationen zu fliegen. Ganz toll sieht es auch aus, wenn sie in großen schwarzen Wolken aus den Bäumen fliegen, in denen sie sonst sitzen und von denen aus sie ein riesiges Gezerfe und Gezwitscher von sich geben.

Weihnachtskitsch

Aix hat so in etwa die kitschigste Weihnachtsbeleuchtung, die man sich nur vorstellen kann. Und weil Vera mich seit ungefähr einer Woche anstupst, dass ich jetzt endlich Bilder hochladen soll, kriegt ihr hier jetzt die Auswahl der am wenigsten schrecklichen.


Und weil einfache Bilder noch nicht reichen, um die Unglaublichkeit dieses Weihnachtsschmuckes zu begreifen, hier noch ein animiertes GIF zum Abschied!

weihnachtsbeleuchtung1

Mini-Fotoupdate

Das Highlight der letzten zwei Wochen waren definitiv die Herbstferien! Eine Woche voller Freizeit, Nichtstun, Südfrankreich genießen. Mein Papa hat mich besucht und mir ganz viele tolle Sachen mitgebracht und mir leckeres Essen spendiert! Wer hätte gedacht, dass die Franzosen so leckere Pizza backen können? Ich nicht, wurde aber eines Besseren belehrt.
Und weil eines der tollen Mitbringsel eine richtige Kamera war, erzähl ich den Rest der Woche einfach anhand von Fotos. Auf Wunsch meines Platz-1-Kommentators auch mit Fotos, auf denen ich nicht so ernst in die Gegend gucke 🙂

Leben in der Zukunft

vor zwei Wochen ist das hier passiert:

abgebrochener Nasenbügel

grrrrrrrrrrr

Nasenbügel abgebrochen. Nach Aussage des französischen Optikers nicht reparierbar. Da stand ich dann also. Tierisch genervt, mit schiefer, unsymmetrischer Brille auf der Nase. Kein Zustand, den ich sehr lange ertragen konnte. In Deutschland wär das ganz einfach, da geht man zum Optiker, der macht einen Sehtest und eine Woche später hat man eine neue Brille mit tollen neuen Gläsern. Nicht so in Frankreich. Damit ein Optiker hier einen Sehtest macht, braucht man ein Rezept vom Arzt. Keine Ahnung, warum, aber nuja, so ist das hier halt. (wenn ich nochmal über deutsche Bürokratie schimpfe, dürft ihr mich ab sofort alle an Frankreich erinnern ^^).

Damit war also der französische Optiker gestorben und ich beschloss, mich in das Abenteuer Brillenbestellung übers Internet zu stürzen. Wo sonst kriegt man schon Brillen für 40 Euro?

Wer allerdings schon mal eine Brille gekauft hat, weiß, dass das weder einfach ist, noch Spaß macht. Halb blind in einen Spiegel starren und 100 verschiedene Gestelle aufprobieren ist einfach doof. Im Internet ist das viel einfacher, da kann man ein Bild von sich hochladen und nach Herzenslust und gestochen scharf mindestens genauso viele Gestelle ausprobieren wie im Laden und außerdem noch jeden, der grad die unglückliche Entscheidung getroffen hat, online zu sein, um seine Meinung fragen.

Die Entscheidung für ein Gestell war also der einfache Teil der Übung. Schwieriger war es da schon, an die Daten von meinen alten Brillengläsern zu kommen. Ich hatte nämlich zwar eine sehr nette Dame am Telefon, die sofort bereit war, mir die Gläserdaten per Mail zu schicken, allerdings wurde das Mailsystem dieses Optikers offensichtlich von einem etwas unfähigen Menschen eingerichtet. Die Mail an mich kam nie an, bei meine Mama funktionierte immerhin das, zurückschreiben, um sich zu bedanken, war allerdings leider unmöglich. Alles in allem jedenfalls eine spannende Aktion.

Samstags hatte ich dann also die Brille bestellt und das Geld überwiesen, Mittwoch kam eine nette Mail mit der Zahlungsbestätigung und schon am Donnerstag machte sich die Brille auf den weiten Weg von China in mein französisches Wohnheimzimmer. Heute kam sie dann endlich an und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Die Gläser sind ordentlich, alles schön verarbeitet (bis auf eine kleine Macke am linken Bügel, die ich einfach mit ein bisschen Edding übermalt habe) und passen tut sie auch noch.

Mini-Webcam-Bild mit neuer Brille 8o)

Smile! (Schnipseliges Zeug 2)

Nette Werbung zum Papier-Recycling:

Recycling ist der neueste Hit hier (Papier, du wirst wieder Papier. Alle Papiere haben das Recht auf mehrere Leben.)

Böse Werbung zu Haarfarbe:

Man kann jung und schön bleiben, aber nicht ohne seine Farbe! (Friseurwerbung ^^)

Mein Abendsnack:

Französisches Spritzgebäck, schmeckt fast wie daheim!

Schnipseliges Zeug 1

Die Blogfaulheit hat zugeschlagen. Irgendwie sind mir in der letzten Woche zwar lauter Blogschnipsel eingefallen, aber irgendwie hat es nie so richtig für was Komplettes gereicht. Das ist zwar jetzt auch nicht viel anders, aber immerhin hab ich ein paar Bilder, um Thema 1 abzurunden.

Wir kommen also zum heutigen Schnipsel: die Universität

Ich dachte ja immer, dass sich die Tübinger Uni-Gebäude (zumindest teilweise) nicht so leicht toppen lassen, was ihre Unschönheit angeht. Wer nicht weiß, wovon ich spreche: Google-Bildersuche nach Brechtbau Tübingen fragen. Das ist ein wirkliches Glanzstück.
Nunja, jedenfalls komme ich hier an und das erste Unigebäude, das ich sehe, ist folgendes:

Faculté de Droit, Aix en Provence

Das sieht ja schonmal nicht schlecht aus. Aber, haha, zu früh gefreut: Dummerweise ist das das Gebäude der Jura-Fakultät, wo ich nie bin. (aber hey, die haben da pinke Toiletten für die Mädchen!)

Nächstes Gebäude auf dem Weg zur Uni ist dieser wunderbar moderne Neubau.

Neubau Université Aix-Marseille

Neubau mit Regenbogen-Lichteffekt

Der befindet sich leider grad erst im Bau, war also auch nichts!

Letzte Station ist dann das hier, wozu mir eigentlich die Worte fehlen. Gefahr für Leib und Leben passt vielleicht ganz gut.

Faculté de lettres, Aix-Marseille Université

nochmal die Fac de Lettres

ääääääähhhh ja, also…

Das Innendrin macht es auch nicht wirklich besser. Graffiti, das es hier zuhauf an Wänden, Tafeln, Tischen usw. gibt, wird wohl einfach mit der Farbe überstrichen, die grad am billigsten ist, sich sowieso auf dem Pinsel befindet oder einfach am hässlichsten ist. Ob das dann noch schön ist, überlass ich mal dem Auge des Betrachters.

was bitte ist das?

kreative Farbgestaltung

Zum Abschluss präsentiere ich euch noch einen Gehweg:

ein "Gehweg" in Frankreich