Rollenwechsel

Ich hatte ganz vergessen, wie anstrengend Schule eigentlich sein kann… Und das, obwohl ich noch nicht mal mehr selber Schüler bin, sondern nur beobachtend hinten drin sitze.

Freitag ist da ein gutes Beispiel: Den Vormittag habe ich gemeinsam mit Mitpraktikant S. bei einer achten Klasse verbracht. Sechs Stunden in Klassenzimmer und Sporthalle. Und man tut nichts außer beobachten. Was macht der Lehrer? Was machen die Schüler? Wie reagieren alle aufeinander? Was ist gut? Was ist schlecht? Warum funktioniert die eine Übung gut und die andere nicht? Das ist wirklich anstrengender, als es auf den ersten Blick scheint.

Außerdem fällt es mir oft wirklich schwer, unbeteiligter Beobachter zu sein. Immer mal wieder gibt es Situationen, wo ich mich als Schüler bei einem Kommunikationsproblem eingemischt und die Sache klargestellt hätte oder ich freu mich, dass ich die Antwort weiß und würde sooo gerne strecken und zeigen, wie toll ich doch bin und was ich alles weiß 😉 Gar nicht so einfach, nicht in die Schülerrolle zurückzufallen. Heute saß ich bei den Abiturienten im Geo-Unterricht, Einführung in die Plattentektonik, tolles Thema und ich wollte sooo gerne mitmachen. Aber das geht dann ja doch irgendwie nicht. Ich muss das ja schon alles wissen und die 12er sollen es lernen ^^

Und dann gibt es doch wieder die Tage, an denen ich in die seltsame Schülerrolle zurückfallen soll, aber denken muss wie ein Lehrer… Seminartage! Das muss mein Hirn noch lernen, was es da wirklich tun muss. Kleine, oberstufenartige Kurse, vorne eine Lehrer, der uns was beibringen will, und wir sitzen mit aufmerksamen Gesichtchen da und versuchen uns alles zu merken. Und keine Panik zu schieben angesichts der Tatsache, dass wir das alles irgendwie auch mal praktisch umsetzen sollen, was wir da erzählt kriegen. Auch nicht einfach.

Das schwierigste ist dann die Kombination von allem: Vormittags Schule, hektische Fahrt in die Stadt runter und dann ohne Mittagspause (KEINE gute Idee!)  den Rest des Tages im Seminarunterricht sitzen und brav zuhören.

Ihr seht, Schulpraktikant zu sein, ist anstrengend und momentan wenig befriedigend. Aber hoffentlich ändert sich das ein bisschen, wenn ich dann auch mal eine Runde unterrichten darf/muss und sehe, was das ganze Rumgehocke vielleicht doch gebracht hat.

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