Freitag zwölf Uhr an einer beliebigen Universität in Deutschland. Wir sind uns alle einig, dass Vorlesungen am Freitag schrecklich sind und wenn sie dann auch noch über die Mittagspause stattfinden, sind sie schlichtweg grausam. Die Teilnehmer einer solchen VL lassen sich also in zwei Gruppen einteilen: diejenigen, die verzweifelt versucht haben, eine alternative Veranstaltung an einen anderen Termin zu finden, das aber nicht geschafft haben, und die verrückten, die sich aus wirklichem und ernsthaftem Interesse jeden Freitag in den Hörsaal setzen.

Idealerweise übersteigt der Anteil der verrückten den der verzweifelten. Ist dem nicht so, führt das zu potentiell desaströsen Verhältnissen: die paar verrückten werden als Streber tituliert, weil sie sich beteiligen, die verzweifelten schlafen, schwatzen, nerven. Willkommen zurück in der 10. Klasse!

Nicht gerade das, was man sich von einer Hauptstudiumsveranstaltung erhofft und erwartet.

Die Geschichte einer Tür

Ich präsentiere: eine Kühlschranktür.

Die berüchtigte Tür

Es handelt sich hier aber nicht einfach um irgendeine Kühlschranktür, sondern um die, die sich in unserer Küche befindet und seit Jahren treu alle Lebensmittel daran hindert, sich in die Freiheit zu stürzen. Dummerweise brach schon vor Jahren das untere Scharnier, sodass die Konstruktion mehr als wackelig war. Jeder, der an die Tür gewöhnt war, hatte sich eine stützende Handbewegung angewöhnt, und auch das begleitende Knacksen gehörte irgendwie zum Türöffnen dazu.

Schon vor Wochen hatte ich dann (mehr oder weniger) endgültig genug von dieser Situation und bestellte nach langer Suche (findet mal Ersatzteil-Nummern für 20 Jahre alte Küchengeräte) zwei neue Scharniere. Als sich vorgestern auch noch das zweite Scharnier zu verabschieden begann, lief das Fass meiner Genervtheit dann endgültig über. Jetzt haben wir wieder eine wunderbar funktionierende Tür und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie auf- und zumache.

Update zu den Polkadots

Mein letzter Post zeigte viele Polkadot-geschmückte Bäume und inzwischen hab ich mir mal die Mühe gemacht, nachzuschlagen, warum das so ist: Marseille und damit die gesamte Gegend außenrum ist europäische Kulturhauptstadt (Link) und Aix feiert das, indem es in der ganzen Stadt große Kunstinstallationen gibt. Und die Polkadot-Bäume auf dem Cours Mirabeau gehören da eben dazu. Sie wurden von der Japanerin Yayoi Kusama entworfen, die wohl total darauf steht, Sachen in gepunkteten Stoff einzuwickeln (unter anderem wohl auch sich selber). Die ganze Installation nennt sich übrigens “Ascension of Polka Dots on Trees”.

Back in Aix

Nach acht langen Stunden Zugfahrt bin ich gestern wieder in Aix angekommen. Die Fahrt war eher langweilig und ich habe gelernt, dass jammernde Hunde fast so schlimm sind wie schreiende Kleinkinder. Außerdem hab ich so viele Sudokus gemacht, dass es für den Rest des Jahres reicht und anderthalb Zeitschriften und zwei halbe Bücher gelesen. Alles in allem also ziemlich produktiv. Meine eigentliche Zugfahrtsplanung (nämlich GIS lernen) wurde Freitagabend über den Haufen geworfen, als mein GIS-Dozent mich bat, ihn doch bitte anzurufen. Ich sollte nämlich einen extra Prüfungstermin kriegen, weil ich schon nächsten Samstag wieder nach Hause fahre und der offizielle Prüfungstermin am Montag drauf ist. Ich rief also (leicht panisch, wer telefoniert schon gern in einer Fremdsprache) bei meinem Dozenten an, der mir mitteilte, dass er in der kommenden Woche nicht an der Uni sei und ich deshalb keine Prüfung machen müsse, sondern er mich anhand meiner Unterrichtsbeteiligung bewerte. Das finde ich jetzt nicht sonderlich schlimm, wenn man mal davon absieht, dass ich jetzt für eine völlig unnötige Französisch-Prüfung 160€ Fahrtkosten habe. Aber so ist das nunmal mit den Franzosen und ihrer Organisation :)

Heute morgen war ich nochmal im Gottesdienst, was sehr nett war. Vorher hatte ich noch ein bisschen Zeit und bin beim Cours Mirabeau vorbeigelaufen, wo mich schier der Schlag traf. Die folgenden Bilder erklären vielleicht, weshalb:

Aus dem Heimweg kaufte ich dann noch leckeres Gemüse auf dem Markt und ging beim Empfang vorbei, weil mich dort ein verspätetes Weihnachts-Päckchen von daheim erwartete. Es ist voll mit tollen Sachen, hier der Beweis:

Einfach mal danke sagen

In der Weihnachtszeit fällt mir manchmal auf, dass ich mich eigentlich viel zu oft beklage und aufrege und rummaule. Und zur Zeit ist es noch viel schlimmer, weil es nur noch 9 Tage sind, bis ich nach Hause fahre, und ich mich schon schrecklich darauf freue und es gar nicht mehr abwarten kann, bis es endlich Samstag nächste Woche ist und ich im TGV sitze und darauf warte, ganz bald meine Mama zu sehen. Und das ist ja eigentlich doch eher uncool. Und auch nicht so nett, den Menschen gegenüber, die sich das dann anhören müssen.

Und deshalb kommt jetzt hier eine der berühmt-berüchtigten Listen, in der ein paar Leute drinstehen, die mein Leben grad ein bisschen toller und einfacher und schöner machen, als es ohne sie wäre.

    mein Papa, weil er mein Gemaule erträgt und zwar tief seufzt, wenn ich mal wieder mit einem neuen Aufreger ankomme, aber trotzdem immer wieder bereit ist, sich alles anzuhören
    Vera, die wagemutig durch halb Europa fährt, um liebe Leute zu besuchen und ihnen ihr Leben schöner zu machen
    Menschen, die ihre Zeit dafür aufwenden, Sachen für das Internet zu machen, einfach um uns die Weihnachtszeit zu versüßen. Wie zum Beispiel @danjel mit dem Losstopschokolade-Youtube-Adventskalender

Danke, dass ihr für mich da seid, dass ihr ein bisschen Zeit aus eurem Leben nehmt, um meins zu verändern und schöner und besser zu machen!

Und damit ihr meine lieben Leser auch was zum Freuen und Bedanken habt, hier noch die Playliste für alle bisherigen Losstopschokolade-Folgen: